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Moore und Torfböden in unserer Region

Klimaschutz und Klimawandelanpassung in einem

Welche Bedeutung hatten Torf und Moore in unserer Region früher für die Menschen und warum ist ihr Schutz heute so wichtig? Diesen Fragen widmete sich das Götzner Gespräch- Torfmoore: vom Brennmaterial zum CO2-Speicher am 14. September 2026. Die Veranstaltung spannte einen Bogen von der historischen Nutzung der Torfböden bis zu ihrer heutigen Bedeutung für Klima, Wasserhaushalt und Artenvielfalt.

Das Götzner Gespräch zeigte, wie sich die Bedeutung der Moore verändert hat: Früher war Torf ein unverzichtbares Brenn- und auch Dämmmaterial, heute wissen wir um den Wert intakter Moore für Klima, Wasserhaushalt und Artenvielfalt. Ihr langfristiger Schutz kann nur gemeinsam mit Gemeinden, Grundeigentümer und Bewirtschafter gelingen.

Ergänzend laden zwei kostenfreie Exkursionen dazu ein, Moore und Torfflächen vor Ort zu entdecken und ihre Geschichte, Bedeutung und Besonderheiten unmittelbar zu erleben. Am Samstag 26.09.26 „Zum Schollaloch mit Reinhard Häusle“, und am 03.10.26 „Ins Götzner Moos mit Bianca Burtscher“. Weitere Informationen unter: Veranstaltungen – KLAR! am Rhein

 

Zu Beginn der Götzner Gespräche berichtete Reinhard Häusle über die Geschichte der „Schollasteacher“ in Koblach. Früher wurde im Koblacher Ried Torf gestochen, getrocknet und zum Heizen verwendet. Teilweise diente er auch zur Dämmung von Häusern. Der Vortrag machte deutlich, wie groß die Armut in der Region war und wie wichtig die „Scholla“ als günstiges Brennmaterial für viele Familien waren.

Auch Zeitzeugen aus dieser Zeit kamen bei der Veranstaltung zu Wort und teilten ihre Erinnerungen.

Wolfgang Berchtold ergänzte den historischen Rückblick mit Begrifflichkeiten, Flurnamen und Zusammenhängen aus Götzis. Sie zeigen bis heute, wie eng die Geschichte der Moore mit dem Leben der Menschen und der Entwicklung der Region verbunden ist.

Anschließend erklärten Petra Häfele und Romana Steinparzer, wie die Moorlandschaften rund um den Kummenberg entstanden sind. Nach dem Rückzug der Gletscher blieben Senken und dauerhaft feuchte Flächen zurück. Unter sauerstoffarmen Bedingungen bildeten sich über lange Zeiträume Torfschichten. Vorgestellt wurden unter anderem das Götzner Moos, das Mösle und das Koblacher Ried. Diese Gebiete bieten seltenen Tier- und Pflanzenarten einen wertvollen Lebensraum.

Gleichzeitig sind Moore und Feuchtwiesen stark gefährdet. Entwässerung, Verbauung und Nutzungsänderungen haben viele Flächen verändert. Weitere Belastungen entstehen durch Nährstoffeinträge, Verbuschung, die Aufgabe der traditionellen Streuwiesennutzung und den Klimawandel.

Christiane Machold gab einen Überblick über die Schutzbemühungen auf Landes-, Bundes-, und EU-Ebene. Dazu zählen die Streuwiesenverordnung Rheintal–Walgau, die Ausweisung von Europaschutzgebieten, der Aktionsplan Moorschutz Vorarlberg und die Österreichische Moorstrategie 2030+. Mit dem Projekt LIFE AMooRe sollen bis 2033 weitere Moorflächen geschützt und geschädigte Gebiete wiederhergestellt werden.

Auch die Gemeinden engagieren sich seit vielen Jahren für ihre Moorlandschaften. Maßnahmen wie die Renaturierung des Götzner Mooses, spätere Mähtermine, Gehölzentnahmen, Exkursionen und Bildungsangebote, auch in Zusammenarbeit mit der KLAR! am Rhein, tragen zum Schutz und zur Bewusstseinsbildung bei.

Sophie Baumschlager von der KLAR! am Rhein stellte abschließend den Zusammenhang zwischen Mooren, Klimaschutz und Klimawandelanpassung her. Intakte Moore und Torfböden speichern Kohlenstoff und Wasser, puffern Niederschläge und kühlen ihre Umgebung. Werden sie entwässert, gelangt Sauerstoff in den Torfboden. Der gespeicherte Kohlenstoff wird abgebaut und als CO₂ freigesetzt. Aus einem Kohlenstoffspeicher wird eine Treibhausgasquelle.

Herzlichen Dank an Wolfgang Berchtold, Reinhard Häusle, Petra Häfele, Romana Steinparzer, Christiane Machold, dem Team von AmBach, der Marktgemeinde Götzis und Bürgermeister Manfred Böhmwalder sowie allen Interessierten für diesen spannenden Abend!